Gründer von Pixel Dental, einem Online-Shop für Dentalzubehör in Deutschland und Österreich. Über 20 Jahre Erfahrung in der Dentalbranche, Ausbildung zum Bürokaufmann, Weiterbildung zum Betriebswirt (Controlling). Siebenstelliger Jahresumsatz. Pixel Dental verkauft alles, was Zahnärzte für ihren Arbeitsalltag brauchen: von Verbrauchsmaterialien bis zu Intraoralscannern im fünfstelligen Preissegment.
Kurz zusammengefasst
- Pixel Dental digitalisiert den Einkauf für Zahnärzte. Eine Branche, in der vieles noch per Fax und Printanzeige läuft. Innerhalb von vier Jahren auf siebenstelligen Umsatz gewachsen.
- B2B-E-Commerce für Medizinprodukte funktioniert fundamental anders als B2C. Die Zielgruppe hat extrem wenig Zeit, kennt ihre Produkte genau, braucht aber Orientierung in einem Sortiment mit über 120.000 möglichen Artikeln.
- Der Shop muss beraten, nicht verkaufen. Zahnärzte kommen mit Kaufabsicht. Die Herausforderung ist nicht Motivation, sondern Navigation: das richtige Produkt möglichst schnell finden.
- Das Redesign mit Convertlab löste das Kernproblem: Daten waren vorhanden, aber unsichtbar. Filter funktionierten nicht. Usability schlug Design. Ergebnis: bessere Performance und deutlich weniger Komplexität im Backend.
- Nächster Schritt: A/B-Testing. Mit dem neuen Setup und ausreichend Bestellvolumen ist der Shop jetzt bereit für datenbasierte, iterative Optimierung.
Worum es in dieser Episode geht
Daniel Felsing hat etwas gemacht, was die meisten für unspektakulär halten würden: Er hat einen Online-Shop für Zahnarztzubehör gebaut. Bohrer, Verbrauchsmaterialien, Intraoralscanner. Keine Sneaker, keine Supplements, kein D2C mit Influencer-Kampagnen.
Und genau das macht diese Episode so spannend.
Denn was Daniel mit Pixel Dental aufgebaut hat, ist ein Paradebeispiel dafür, wie E-Commerce in einer Branche funktioniert, die noch mit einem Bein im Fax-Zeitalter steht. Eine Branche mit 40.000 bis 45.000 Zahnarztpraxen allein in Deutschland, mit Produkten die bis zu 15.000 Euro kosten, mit Kunden die zwischen zwei Patienten bestellen und einem Markt, in dem Vertrauen mehr zählt als der günstigste Preis.
Wir sprechen über alles, was B2B-E-Commerce von B2C unterscheidet: andere Kaufmotive, andere Entscheider-Strukturen, andere Anforderungen an Usability. Darüber, warum ein Shop in dieser Nische eher ein Berater sein muss als ein Verkäufer. Und darüber, wie wir gemeinsam den Pixel-Dental-Shop redesigned haben. Spoiler: Daniel wollte anfangs gar kein Redesign.
Pixel Dental: Dentalzubehör digital gedacht
Daniel ist seit über 20 Jahren in der Dentalbranche. Ausbildung zum Bürokaufmann, Weiterbildung zum Betriebswirt, immer im selben Markt. Ende 2020 hat er Pixel Dental gegründet und damit den Schritt gewagt, eine traditionelle Branche ins digitale Zeitalter zu bringen.
Eine Branche zwischen Fax und Zukunft
Die Dentalbranche ist ein faszinierender Markt. Klein genug, um sich wie ein Dorf anzufühlen. Groß genug, um siebenstellige Umsätze zu ermöglichen. Und mitten im Umbruch, weil die Zielgruppe sich fundamental verändert.
Das ist ein wichtiger Punkt für den E-Commerce-Kontext: Die Zielgruppe verändert sich. Jüngere, digitalaffinere Zahnärztinnen rücken nach, während die "Fax-Generation" sukzessive in den Ruhestand geht. Das öffnet den Markt für digitale Kanäle, doch die Anforderungen an Vertrauen und persönliche Beratung bleiben bestehen.
B2B vs. B2C: Warum Zahnärzte anders kaufen
Hier wird es richtig spannend. Hier liegt der größte Unterschied zu klassischen D2C-Shops. Die Kaufmotivation ist eine völlig andere.
Das ist ein fundamentaler Unterschied zu B2C: Im B2C-Shop musst du Menschen motivieren zu kaufen. Bei Pixel Dental kommen die Nutzer bereits mit Kaufabsicht. Die Herausforderung ist nicht Motivation, sondern Navigation. Das richtige Produkt finden, möglichst schnell, trotz enormer Sortimentskomplexität.
| Merkmal | Klassischer B2C-Shop | B2B Dental (Pixel Dental) |
|---|---|---|
| Kaufmotivation | Muss geweckt werden (Ads, Social Proof, Urgency) | Bereits vorhanden: Zahnarzt braucht das Produkt |
| Kernproblem | "Warum soll ich hier kaufen?" | "Wie finde ich das Richtige möglichst schnell?" |
| Entscheider | Einzelperson | Zahnarzt, Einkäufer/in, oder Empfang (variiert) |
| Zeitbudget | Browsen, vergleichen, überlegen | Minimal: zwischen zwei Patienten bestellen |
| Preissegment | Meist unter 500 Euro | Bis 15.000 Euro (Intraoralscanner) |
| Beratungsbedarf | Produktseite reicht oft | Telefonsupport + Einweisungspflicht bei Medizinprodukten |
| Cross-Selling | Nice-to-have | Essentiell: "unterlassene Hilfeleistung" wenn nicht gezeigt |
| Saisonalität | Black Friday, Weihnachten | Gesundheitsreformen, Praxisneugründungen |
120.000 Produkte, 200+ Metafelder: Komplexität meistern
Eine der größten technischen Herausforderungen bei Pixel Dental ist die schiere Produktkomplexität. In der Dentalbranche gibt es circa 120.000 verschiedene Materialien und Produkte. Das stellt jedes Shopsystem vor Probleme. Auch Shopify.
Bei komplexen B2B-Sortimenten reicht es nicht, Daten zu haben. Sie müssen für den Nutzer auffindbar, filterbar und verständlich sein. "Daten waren vorhanden, aber unsichtbar": das ist eines der häufigsten Probleme in spezialisierten Shops.
Warum ein Shop-Redesign nötig war
Hier wird die Geschichte besonders interessant. Daniel wollte anfangs überhaupt kein Redesign. Er war skeptisch. Und genau diese Skepsis hat zu einem besseren Ergebnis geführt.
Vorher / Nachher
Telefonsupport als Goldmine für Shop-Optimierung
Ein Punkt, der in dieser Episode besonders hervorsticht: Pixel Dental hat ein Telefonsupport-Team, das etwa 20 Prozent der Belegschaft ausmacht. Und genau dort liegt eine der besten Datenquellen für Conversion-Optimierung.
In der CRO-Welt ist Customer Support eine der am meisten unterschätzten Datenquellen. Wenn ein Kunde anruft, um eine Frage zu einem Produkt zu stellen, heißt das: Der Shop hat diese Frage nicht beantwortet. Jeder Anruf ist ein Datenpunkt, ein Hinweis darauf, was auf der Produktseite fehlt, wo die Navigation versagt oder welche Informationen unklar sind.
Wenn dein Support-Team immer wieder die gleichen Fragen zu bestimmten Produkten bekommt, ist das keine Support-Herausforderung. Es ist ein Conversion-Problem. Die Antworten gehören auf die Produktseite, in die FAQs, in den Checkout-Flow. Jeder beantwortete Anruf, der durch bessere Shop-Inhalte vermieden worden wäre, ist gewonnene Conversion.
Der nächste Schritt: A/B-Testing im B2B
Mit dem Redesign live und steigendem Bestellvolumen ist Pixel Dental jetzt an dem Punkt, an dem systematisches A/B-Testing Sinn macht. Das ist der natürliche nächste Schritt im CRO-Prozess.
Wer verstehen will, wie A/B-Testing im E-Commerce funktioniert und warum es gerade nach einem Redesign so entscheidend ist, findet in unserem Guide die Grundlagen dazu.
Daniels Gründer-Learnings
Zum Abschluss der Episode teilt Daniel seine wichtigsten Erkenntnisse aus vier Jahren B2B-E-Commerce-Gründung.
Daniels 3 Gründer-Learnings:
- "Kennt eure Daten." Ohne sauberes Tracking ist jeder Marketing-Euro Blindflug. Das gilt für B2B genauso wie für B2C. Das Tracking-Setup muss stehen, bevor man skaliert.
- Durchhaltevermögen ist nicht optional. Es hat ein Jahr gedauert bis zu den ersten 100.000 Euro Umsatz. Organisches Wachstum braucht Zeit, Stammkunden-Aufbau braucht Vertrauen, und beides gibt es nicht auf Knopfdruck.
- Testen, testen, testen. Kein Experte hat für jeden Shop die richtige Antwort. Kanäle ausprobieren, Daten auswerten, eigenen Weg finden. "Es ist immer noch ein Unterschied, ob du machst was dir jemand sagt, oder ob du daraus was machst."
Weiterführende Artikel
- Was ist Conversion Rate Optimierung? Einfach erklärtDer Grundlagen-Pillar, der erklärt, wie CRO funktioniert und warum ARPU die bessere Kennzahl ist.
- Wie funktioniert ein bewährter CRO-Prozess?Das Double Diamond Framework im Detail: der Prozess, den wir auch bei Pixel Dental anwenden.
- A/B-Testing im E-Commerce: Der ultimative GuideAlles über Testing-Methodik, statistische Auswertung und die häufigsten Fehler.
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Chris Dengler
Gründer, Convertlab
Häufig gestellte Fragen
Daniel Felsing ist der Gründer von Pixel Dental, einem Online-Shop für Dentalzubehör in Deutschland und Österreich. Er ist seit über 20 Jahren in der Dentalbranche tätig, hat eine Ausbildung zum Bürokaufmann und eine Weiterbildung zum Betriebswirt im Controlling absolviert. Pixel Dental hat er vor vier Jahren gegründet und auf siebenstelligen Jahresumsatz aufgebaut.
Pixel Dental verkauft Dentalzubehör an Zahnarztpraxen: Verbrauchsmaterialien, Kleingeräte und hochpreisige Medizinprodukte wie Intraoralscanner im Preissegment von 10.000 bis 15.000 Euro. Der Markt umfasst circa 120.000 verschiedene Produkte im Dentalbereich.
In Deutschland gibt es 40.000 bis 45.000 Zahnarztpraxen und rund 65.000 Zahnärzte und Zahnärztinnen. Rund 60 Prozent der Absolventen sind mittlerweile weiblich. Der Markt befindet sich im Umbruch von analogen zu digitalen Einkaufswegen.
Im B2B (speziell Dental) kommen Kunden bereits mit Kaufabsicht. Die Herausforderung ist Navigation, nicht Motivation. Entscheider-Strukturen sind komplexer (Zahnarzt, Einkäufer oder Empfang), das Zeitbudget ist minimal, Produkte kosten bis zu 15.000 Euro und der persönliche Beratungsbedarf ist deutlich höher als im B2C-Bereich.
Das Kernproblem war: Produktdaten waren vorhanden, aber für Nutzer unsichtbar. Filter funktionierten nicht optimal, die Navigation war für die Zielgruppe zu komplex. Das Redesign mit Convertlab hat die Datenarchitektur neu strukturiert, das Filtersystem an reales Suchverhalten angepasst und die Usability sowohl im Frontend als auch im Backend verbessert.
Bei hochpreisigen Medizinprodukten gibt es immer Beratungsbedarf. Manche Produkte sind sogar einweisungspflichtig und erfordern geschulte Medizinprodukteberater. Gleichzeitig ist jeder Support-Anruf ein Datenpunkt: Er zeigt, welche Informationen der Shop nicht ausreichend liefert und wo Conversion-Potenzial liegt.
A/B-Testing wird sinnvoll, sobald ausreichend Bestellvolumen vorhanden ist. Als Richtwert mindestens 500 Bestellungen pro Monat. Zusätzlich braucht es ein sauberes Setup (Tracking, Datenqualität) und ein stabiles Shop-Fundament. Bei Pixel Dental war das Redesign die Voraussetzung für den Testing-Start.
Pixel Dental setzt auf einen breiten Mix: Google Ads und Meta Ads als Hauptkanäle, organisches Marketing (SEO) für den Brandaufbau und Printmedien als ergänzenden Touchpoint. Im Dentalmarkt ist reines Online-Marketing nicht ausreichend. Ein Omnichannel-Ansatz funktioniert am besten.
Daniel Felsings Kernaussage: 'Kennt eure Daten.' Ohne sauberes Tracking ist jede Marketing-Investition Blindflug. Dazu kommt: Durchhaltevermögen, es dauert bis der Markt reagiert. Und: Selbst testen, statt blind Experten-Tipps zu übernehmen.
Pixel Dental läuft auf Shopify. Das System stößt bei komplexen B2B-Sortimenten mit vielen Filterkategorien und Metafeldern an Grenzen, bietet aber Vorteile wie einen optimierten Checkout, stabile Infrastruktur und effiziente Testing-Möglichkeiten.
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Dieses Interview wurde für Länge und Klarheit bearbeitet. Die vollständige Episode ist als Video und Audio verfügbar.

Über den Autor: Chris Dengler
Chris ist CRO-Stratege und Gründer von Convertlab. Mit über 1.000 durchgeführten A/B-Tests, TÜV-Zertifizierung in Verkaufspsychologie und dem selbst entwickelten Double Diamond Framework hat er Shopify Brands im DACH-Raum zu nachweislich messbarem Wachstum verholfen.
