So funktioniert E-Commerce für B2B: Daniel Felsing | Pixel Dental

Gründer, Convertlab
18 Min. Lesezeit
CROcast Episode: So funktioniert E-Commerce für B2B mit Daniel Felsing von Pixel Dental
Unser Gast: Daniel Felsing

Gründer von Pixel Dental, einem Online-Shop für Dentalzubehör in Deutschland und Österreich. Über 20 Jahre Erfahrung in der Dentalbranche, Ausbildung zum Bürokaufmann, Weiterbildung zum Betriebswirt (Controlling). Siebenstelliger Jahresumsatz. Pixel Dental verkauft alles, was Zahnärzte für ihren Arbeitsalltag brauchen: von Verbrauchsmaterialien bis zu Intraoralscannern im fünfstelligen Preissegment.

Kurz zusammengefasst

  • Pixel Dental digitalisiert den Einkauf für Zahnärzte. Eine Branche, in der vieles noch per Fax und Printanzeige läuft. Innerhalb von vier Jahren auf siebenstelligen Umsatz gewachsen.
  • B2B-E-Commerce für Medizinprodukte funktioniert fundamental anders als B2C. Die Zielgruppe hat extrem wenig Zeit, kennt ihre Produkte genau, braucht aber Orientierung in einem Sortiment mit über 120.000 möglichen Artikeln.
  • Der Shop muss beraten, nicht verkaufen. Zahnärzte kommen mit Kaufabsicht. Die Herausforderung ist nicht Motivation, sondern Navigation: das richtige Produkt möglichst schnell finden.
  • Das Redesign mit Convertlab löste das Kernproblem: Daten waren vorhanden, aber unsichtbar. Filter funktionierten nicht. Usability schlug Design. Ergebnis: bessere Performance und deutlich weniger Komplexität im Backend.
  • Nächster Schritt: A/B-Testing. Mit dem neuen Setup und ausreichend Bestellvolumen ist der Shop jetzt bereit für datenbasierte, iterative Optimierung.

Worum es in dieser Episode geht

Daniel Felsing hat etwas gemacht, was die meisten für unspektakulär halten würden: Er hat einen Online-Shop für Zahnarztzubehör gebaut. Bohrer, Verbrauchsmaterialien, Intraoralscanner. Keine Sneaker, keine Supplements, kein D2C mit Influencer-Kampagnen.

Und genau das macht diese Episode so spannend.

Denn was Daniel mit Pixel Dental aufgebaut hat, ist ein Paradebeispiel dafür, wie E-Commerce in einer Branche funktioniert, die noch mit einem Bein im Fax-Zeitalter steht. Eine Branche mit 40.000 bis 45.000 Zahnarztpraxen allein in Deutschland, mit Produkten die bis zu 15.000 Euro kosten, mit Kunden die zwischen zwei Patienten bestellen und einem Markt, in dem Vertrauen mehr zählt als der günstigste Preis.

Wir sprechen über alles, was B2B-E-Commerce von B2C unterscheidet: andere Kaufmotive, andere Entscheider-Strukturen, andere Anforderungen an Usability. Darüber, warum ein Shop in dieser Nische eher ein Berater sein muss als ein Verkäufer. Und darüber, wie wir gemeinsam den Pixel-Dental-Shop redesigned haben. Spoiler: Daniel wollte anfangs gar kein Redesign.

Pixel Dental: Dentalzubehör digital gedacht

Daniel ist seit über 20 Jahren in der Dentalbranche. Ausbildung zum Bürokaufmann, Weiterbildung zum Betriebswirt, immer im selben Markt. Ende 2020 hat er Pixel Dental gegründet und damit den Schritt gewagt, eine traditionelle Branche ins digitale Zeitalter zu bringen.

Chris:Du hast dich vor vier Jahren mit Pixel Dental selbständig gemacht. Das ist jetzt nicht der klassische Weg. Die meisten gründen keinen Onlineshop für Dentalzubehör. Was war der Moment?
Daniel:Das ist halt das, was ich kann. Wo ich herkomme. Ich war damals eigentlich in Richtung IT unterwegs, das war mir dann aber irgendwann zu technisch. Dann bin ich in den Dentalbereich reingerutscht und habe das weiter fokussiert. Für mich kam dann nichts anderes mehr in Frage. Ich finde die Leute cool in dem Bereich, das ist eine ganz eigene Welt, eine kleine Community, quasi wie ein Dorf. Da kennen sich viele untereinander. Diese Gemeinschaft macht's einfach aus.
Chris:Und wie kam's dann zum Onlineshop konkret?
Daniel:Gerade im Bereich Digitalisierung und modernes Kaufverhalten ist die Dentalbranche richtig altbacken. Viel eingesessen. Da geht noch einiges über Fax und Printmedien, Zeitungsanzeigen. Aber das ändert sich, weil immer mehr junge Zahnärztinnen nachkommen und die digitale Welt für sich erkunden. Keiner hat mehr Zeit, irgendwas durch die Gegend zu faxen.
Chris:Also im Endeffekt: den Verkauf von Dentalzubehör ins 21. Jahrhundert bringen?
Daniel:Genau. Pixel Dental ist auf dem Punkt. Aber bei uns halt nicht als anonymer Onlineshop, wir versuchen es so interaktiv und persönlich wie möglich zu gestalten. Das sieht man direkt, wenn man auf den Shop geht. Es ist auf jeden Fall bunt.
Kontext
Pixel Dental verkauft Dentalzubehör an Zahnarztpraxen in Deutschland und Österreich. Von Verbrauchsmaterialien bis zu Intraoralscannern im Bereich 10.000 bis 15.000 Euro. Siebenstelliger Jahresumsatz, aufgebaut in vier Jahren bei null startend.

Eine Branche zwischen Fax und Zukunft

Die Dentalbranche ist ein faszinierender Markt. Klein genug, um sich wie ein Dorf anzufühlen. Groß genug, um siebenstellige Umsätze zu ermöglichen. Und mitten im Umbruch, weil die Zielgruppe sich fundamental verändert.

Chris:Wie groß ist der Markt eigentlich? Wie viele Zahnarztpraxen gibt es in Deutschland?
Daniel:So 40.000 bis 45.000 Praxen. Und an die 65.000 Zahnärzte und Zahnärztinnen.
Chris:Und ich habe im Kopf, dass mittlerweile die Mehrheit weiblich ist?
Daniel:Die Absolventenzahlen gehen Richtung 60 Prozent Zahnärztinnen. Und das Personal ist natürlich eine komplette Frauendomäne. Generell wird die Medizin in der Richtung weiblicher. Ich denke, Frauen haben da ein besseres Einfühlungsvermögen auf Patienten.

Das ist ein wichtiger Punkt für den E-Commerce-Kontext: Die Zielgruppe verändert sich. Jüngere, digitalaffinere Zahnärztinnen rücken nach, während die "Fax-Generation" sukzessive in den Ruhestand geht. Das öffnet den Markt für digitale Kanäle, doch die Anforderungen an Vertrauen und persönliche Beratung bleiben bestehen.

Chris:Es hat ziemlich lange gedauert, bis die ersten Umsätze kamen, oder?
Daniel:Es hat ein gutes Jahr gedauert, bis wir die ersten 100.000 Euro umgesetzt hatten. Wenn du komplett bei null anfängst, kein Prozess, keine Bestellungen, das Telefon klingelt nicht: da braucht es schon Durchhaltevermögen. Wir haben von Anfang an alle Kanäle ausprobiert: Google Ads, Meta, organisch, Printmedien. Getestet, was gut ankommt, welche Kanäle am meisten kosten, welche den höheren Warenkorb bringen. Dann ein paar wieder abgeschaltet, aber trotzdem eine relativ breite Online-Marketing-Struktur aufgebaut.
Chris:Was sind die zwei wichtigsten Kanäle für euch?
Daniel:Social Media, also der Paid-Bereich. Google Ads. Und auch das Organische ist wichtig für den Brandaufbau. Printmedien spielen für uns auch noch eine Rolle. Man kann sich in unserem Markt nicht komplett nur auf Online fokussieren.

B2B vs. B2C: Warum Zahnärzte anders kaufen

Hier wird es richtig spannend. Hier liegt der größte Unterschied zu klassischen D2C-Shops. Die Kaufmotivation ist eine völlig andere.

Chris:Was zeichnet Zahnärzte als Zielgruppe aus? Was ist anders im Kaufverhalten?
Daniel:Du hast auf jeden Fall mit einer Praxis zu tun, mit mehreren Personen. Manchmal gibt es eine Einkäuferin, manchmal macht's der Inhaber selbst, manchmal ein Angestellter am Empfang. Das ist total unterschiedlich. Und wenn der Zahnarzt oder die Zahnärztin selbst einkauft: die verdienen ihr Geld, indem sie als Zahnarzt tätig sind, nicht indem sie am Schreibtisch sitzen. Zeit ist ein Riesenthema. Wenn du den Entscheider ans Telefon kriegen willst, musst du schon ein paar Telefonate investieren.

Das ist ein fundamentaler Unterschied zu B2C: Im B2C-Shop musst du Menschen motivieren zu kaufen. Bei Pixel Dental kommen die Nutzer bereits mit Kaufabsicht. Die Herausforderung ist nicht Motivation, sondern Navigation. Das richtige Produkt finden, möglichst schnell, trotz enormer Sortimentskomplexität.

Chris:Also der Shop muss eher beraten als verkaufen?
Daniel:Genau. Ich sage immer: Es ist ein bisschen wie unterlassene Hilfeleistung, wenn du nicht zeigst, was du im Angebot hast. Du kannst nicht vom Kunden verlangen, dass er den kompletten Shop durchklickt oder selbst auf die Idee kommt, nach bestimmten Sachen zu suchen.
MerkmalKlassischer B2C-ShopB2B Dental (Pixel Dental)
KaufmotivationMuss geweckt werden (Ads, Social Proof, Urgency)Bereits vorhanden: Zahnarzt braucht das Produkt
Kernproblem"Warum soll ich hier kaufen?""Wie finde ich das Richtige möglichst schnell?"
EntscheiderEinzelpersonZahnarzt, Einkäufer/in, oder Empfang (variiert)
ZeitbudgetBrowsen, vergleichen, überlegenMinimal: zwischen zwei Patienten bestellen
PreissegmentMeist unter 500 EuroBis 15.000 Euro (Intraoralscanner)
BeratungsbedarfProduktseite reicht oftTelefonsupport + Einweisungspflicht bei Medizinprodukten
Cross-SellingNice-to-haveEssentiell: "unterlassene Hilfeleistung" wenn nicht gezeigt
SaisonalitätBlack Friday, WeihnachtenGesundheitsreformen, Praxisneugründungen

120.000 Produkte, 200+ Metafelder: Komplexität meistern

Eine der größten technischen Herausforderungen bei Pixel Dental ist die schiere Produktkomplexität. In der Dentalbranche gibt es circa 120.000 verschiedene Materialien und Produkte. Das stellt jedes Shopsystem vor Probleme. Auch Shopify.

Chris:Ihr habt eine enorme Anzahl an Produkten mit sehr vielen Filterkategorien. Das war auch technisch eine Herausforderung, oder?
Daniel:Ja, Shopify ist da schon an seine Grenzen gestoßen. Was Filterkategorien angeht, mit Metafeldern und so: du weißt ja im Vorhinein nicht, wenn du so ein Projekt beginnst, du fängst halt an und bist dann irgendwann bei 200 Metafeldern und merkst, da gibt es eine Grenze. Dann fängt man komplett an, das Ganze neu zu durchdenken.
Chris:Das ist auch etwas, was wir im Redesign adressiert haben. Im alten Setup waren viele Daten vorhanden, aber sie waren quasi unsichtbar für die Nutzer. Filter waren schlecht gewählt oder nicht vorhanden.
Daniel:Genau. Du musst die Daten, die du wirklich eingegeben hast, den Nutzern auch zur Verfügung stellen. Im alten Design waren Daten verfügbar, aber so unsichtbar, dass sie keinem was gebracht haben. Das sind halt Medizinprodukte, ein komplexeres Thema. Wenn man ins Detail geht, muss man seine Informationen kriegen. Usability first, auf jeden Fall.
Key Takeaway

Bei komplexen B2B-Sortimenten reicht es nicht, Daten zu haben. Sie müssen für den Nutzer auffindbar, filterbar und verständlich sein. "Daten waren vorhanden, aber unsichtbar": das ist eines der häufigsten Probleme in spezialisierten Shops.

Warum ein Shop-Redesign nötig war

Hier wird die Geschichte besonders interessant. Daniel wollte anfangs überhaupt kein Redesign. Er war skeptisch. Und genau diese Skepsis hat zu einem besseren Ergebnis geführt.

Chris:Ab welchem Punkt war für euch klar, dass ihr den Shop einmal komplett neu machen wollt?
Daniel:Insgesamt bin ich ja davon ausgegangen, dass wir kein Redesign brauchen. Und dann haben wir mehrfach miteinander gesprochen und wirklich mal im Detail angeschaut, was Sache ist. Da haben wir gemerkt: Wenn wir jetzt anfangen und stückeln in dem alten Design weiter rum, wird das ein viel größerer Bastelaufwand, als wenn wir es wirklich einmal komplett von vorne anhand von datengestützten Analysen neu aufziehen. Ich bin in der Richtung immer ein relativ skeptischer Mensch. Ich muss es halt einfach verstehen, warum das nötig ist. Ich hatte dir auch viele Rückfragen gestellt, viele technische Sachen.
Chris:Ja, du warst definitiv einer der kritischsten Kunden. Und das meine ich positiv. Die Rückfragen haben uns gezwungen, jede Entscheidung wirklich gut zu begründen.
Daniel:So dass wir dann wirklich zu einem guten Ergebnis gekommen sind. Wir sind richtig happy. Nicht nur vom Design her, sondern auch von der Usability. Das bringt ja nichts, das schönste Design, und dann hast du hinten dran so viel Arbeit, dass du noch eine Person einstellen musst. Das Redesign läuft jetzt seit etwa zwei Monaten.

Vorher / Nachher

Daten vorhanden, aber für Nutzer unsichtbar
Filterkategorien neu strukturiert, Daten sichtbar und nutzbar
Filter schlecht gewählt, Navigation frustrierend
Filtersystem an reales Suchverhalten angepasst
Hoher Backend-Aufwand für Pflege
Usability auch im Admin: weniger operative Arbeit
200+ Metafelder ohne klare Struktur
Datenarchitektur neu durchdacht, Shopify-Grenzen gelöst
Design vs. Funktion unklar priorisiert
Usability first: datenbasiert statt bauchgefühlt

Telefonsupport als Goldmine für Shop-Optimierung

Ein Punkt, der in dieser Episode besonders hervorsticht: Pixel Dental hat ein Telefonsupport-Team, das etwa 20 Prozent der Belegschaft ausmacht. Und genau dort liegt eine der besten Datenquellen für Conversion-Optimierung.

Chris:Ich muss sagen, als du mir erzählt hast, wie viel bei euch über Telefonsupport läuft, da sind bei mir die Alarmglocken angegangen. Im positiven Sinn. Das ist pures Gold für Shop-Optimierung.
Daniel:Ja, gerade bei hochpreisigen Produkten im Bereich 10.000 bis 15.000 Euro: da kommen immer Rückfragen. Du kannst nicht alles auf der Webseite abbilden. Du kannst mit Videoelementen, Bildern, technischen Daten arbeiten, aber du kriegst es vielleicht nicht so in den Kopf, wie wenn jemand dir eine konkrete Frage beantworten kann.
Chris:Und bei euch kommt hinzu, dass das teils Medizinprodukte sind, die einweisungspflichtig sind. Da müssen geschulte Berater mit Zertifikat die Einweisung geben und protokollieren.
Daniel:Genau. Das braucht Zeit und Expertise. Das ist jetzt nicht wie ein Finanzberater bei gängigen Instituten, den du in zwei Wochen einarbeitest. Da geht es um Grundstrukturen, rechtliche Sachen, Herstellerinformationen, Zulassung auf dem europäischen Markt.

In der CRO-Welt ist Customer Support eine der am meisten unterschätzten Datenquellen. Wenn ein Kunde anruft, um eine Frage zu einem Produkt zu stellen, heißt das: Der Shop hat diese Frage nicht beantwortet. Jeder Anruf ist ein Datenpunkt, ein Hinweis darauf, was auf der Produktseite fehlt, wo die Navigation versagt oder welche Informationen unklar sind.

Für Shop-Betreiber

Wenn dein Support-Team immer wieder die gleichen Fragen zu bestimmten Produkten bekommt, ist das keine Support-Herausforderung. Es ist ein Conversion-Problem. Die Antworten gehören auf die Produktseite, in die FAQs, in den Checkout-Flow. Jeder beantwortete Anruf, der durch bessere Shop-Inhalte vermieden worden wäre, ist gewonnene Conversion.

Der nächste Schritt: A/B-Testing im B2B

Mit dem Redesign live und steigendem Bestellvolumen ist Pixel Dental jetzt an dem Punkt, an dem systematisches A/B-Testing Sinn macht. Das ist der natürliche nächste Schritt im CRO-Prozess.

Chris:Wir haben jetzt nachdem der Shop redesigned ist und besser performt uns entschieden, weiterzumachen und ins A/B-Testing zu starten. Was sind eure Ziele?
Daniel:Wie wir es besprochen haben, ist das ein wichtiges Thema, das ständig weiterzuentwickeln. Wir haben ein paar Thesen und Ideen. Wir haben Feedbacks von Kunden gesammelt, wirklich am Telefon direkt zum Redesign. All das versuchen wir zu matchen und zu gucken, wie wir das im Shop umsetzen können.
Chris:Das passt perfekt. Gerade nach einem Redesign gibt es viele Elemente, bei denen man nicht intuitiv weiß, ob sie für die Nutzer besser oder schlechter funktionieren. Und bei eurer speziellen Zielgruppe kann das Nutzerverhalten besonders überraschend sein.
Daniel:Kann ich mir bestens vorstellen. Wenn du so eine spezielle Zielgruppe hast, die vielleicht nicht so technisch versiert ist und dann an der Stelle klickt, wo du das nie vermuten würdest. Oder du baust ein Element ein und denkst "da klickt jeder" und die klicken überhaupt nicht. Deswegen sind diese Tests da richtig Gold wert.
Chris:Genau. Und man läuft immer das Risiko, Dinge zu implementieren, weil man denkt "das hat ein Konkurrent, das könnte funktionieren", die dann aber nicht nur keinen Uplift, sondern einen Downlift bringen. Ohne Testing implementiert man fortlaufend Sachen und bleibt bestenfalls auf der Stelle oder verschlechtert sich sogar.

Wer verstehen will, wie A/B-Testing im E-Commerce funktioniert und warum es gerade nach einem Redesign so entscheidend ist, findet in unserem Guide die Grundlagen dazu.

Wo Pixel Dental jetzt steht: Redesign seit zwei Monaten live. Kundenfeedback wird aktiv gesammelt. Erste A/B-Test-Hypothesen aus Telefonsupport-Daten, Kundengesprächen und datengestützter Analyse. Start des systematischen Testing-Programms steht unmittelbar bevor.

Daniels Gründer-Learnings

Zum Abschluss der Episode teilt Daniel seine wichtigsten Erkenntnisse aus vier Jahren B2B-E-Commerce-Gründung.

Chris:Welche Fehler würdest du heute vermeiden?
Daniel:Diese Grundfehler, diese Basics, die hauen richtig rein. Wenn du ins Marketing startest und kein richtiges Tracking aufgebaut hast und dann richtig Geld investierst und denkst, wenn du noch mehr Geld reinsteckst, dass es dann richtig läuft: aber du kriegst keine richtigen Daten raus und skalierst nicht richtig, sondern wirfst einfach nur Geld zum Fenster raus. Das ist wertvolles Lehrgeld, und wenn du es nicht richtig nutzt, verschwendest du wahnsinnig viel Potenzial. Grundtipp: Kennt eure Daten.
Chris:Wo soll Pixel Dental in zwei bis drei Jahren stehen?
Daniel:Wir wollen den Shop noch um einiges weiter ausbauen, neue Kanäle im Ads-Bereich erschließen. Wirtschaftlich gesehen schreien gerade viele Firmen. Wir merken das eher weniger, weil wir gerade im Wachstum sind und den Anklang finden. Da ist auf jeden Fall noch jede Menge Potenzial drin.
Chris:Und wenn du jetzt einem Founder im B2B-E-Commerce, der ein paar Schritte hinter dir steht, einen Tipp geben müsstest: was wäre der?
Daniel:Viel testen. Entweder du kaufst dir das Wissen ein, wo du schon weißt wie der Hase läuft, du gehst auf Tipps von Spezialisten ein, aber du testest auch viel. Manchmal hast du mehrere Experten, die unterschiedlicher Meinung sind, und dann musst du einfach selbst deinen Weg finden. Es ist ja immer noch ein Unterschied, ob du irgendwas machst, was dir jemand sagt, oder ob du daraus was machst. Das ist die Weiterentwicklung davon.
Key Takeaway

Daniels 3 Gründer-Learnings:

  1. "Kennt eure Daten." Ohne sauberes Tracking ist jeder Marketing-Euro Blindflug. Das gilt für B2B genauso wie für B2C. Das Tracking-Setup muss stehen, bevor man skaliert.
  2. Durchhaltevermögen ist nicht optional. Es hat ein Jahr gedauert bis zu den ersten 100.000 Euro Umsatz. Organisches Wachstum braucht Zeit, Stammkunden-Aufbau braucht Vertrauen, und beides gibt es nicht auf Knopfdruck.
  3. Testen, testen, testen. Kein Experte hat für jeden Shop die richtige Antwort. Kanäle ausprobieren, Daten auswerten, eigenen Weg finden. "Es ist immer noch ein Unterschied, ob du machst was dir jemand sagt, oder ob du daraus was machst."

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Chris Dengler

Chris Dengler

Gründer, Convertlab

Häufig gestellte Fragen

Daniel Felsing ist der Gründer von Pixel Dental, einem Online-Shop für Dentalzubehör in Deutschland und Österreich. Er ist seit über 20 Jahren in der Dentalbranche tätig, hat eine Ausbildung zum Bürokaufmann und eine Weiterbildung zum Betriebswirt im Controlling absolviert. Pixel Dental hat er vor vier Jahren gegründet und auf siebenstelligen Jahresumsatz aufgebaut.

Pixel Dental verkauft Dentalzubehör an Zahnarztpraxen: Verbrauchsmaterialien, Kleingeräte und hochpreisige Medizinprodukte wie Intraoralscanner im Preissegment von 10.000 bis 15.000 Euro. Der Markt umfasst circa 120.000 verschiedene Produkte im Dentalbereich.

In Deutschland gibt es 40.000 bis 45.000 Zahnarztpraxen und rund 65.000 Zahnärzte und Zahnärztinnen. Rund 60 Prozent der Absolventen sind mittlerweile weiblich. Der Markt befindet sich im Umbruch von analogen zu digitalen Einkaufswegen.

Im B2B (speziell Dental) kommen Kunden bereits mit Kaufabsicht. Die Herausforderung ist Navigation, nicht Motivation. Entscheider-Strukturen sind komplexer (Zahnarzt, Einkäufer oder Empfang), das Zeitbudget ist minimal, Produkte kosten bis zu 15.000 Euro und der persönliche Beratungsbedarf ist deutlich höher als im B2C-Bereich.

Das Kernproblem war: Produktdaten waren vorhanden, aber für Nutzer unsichtbar. Filter funktionierten nicht optimal, die Navigation war für die Zielgruppe zu komplex. Das Redesign mit Convertlab hat die Datenarchitektur neu strukturiert, das Filtersystem an reales Suchverhalten angepasst und die Usability sowohl im Frontend als auch im Backend verbessert.

Bei hochpreisigen Medizinprodukten gibt es immer Beratungsbedarf. Manche Produkte sind sogar einweisungspflichtig und erfordern geschulte Medizinprodukteberater. Gleichzeitig ist jeder Support-Anruf ein Datenpunkt: Er zeigt, welche Informationen der Shop nicht ausreichend liefert und wo Conversion-Potenzial liegt.

A/B-Testing wird sinnvoll, sobald ausreichend Bestellvolumen vorhanden ist. Als Richtwert mindestens 500 Bestellungen pro Monat. Zusätzlich braucht es ein sauberes Setup (Tracking, Datenqualität) und ein stabiles Shop-Fundament. Bei Pixel Dental war das Redesign die Voraussetzung für den Testing-Start.

Pixel Dental setzt auf einen breiten Mix: Google Ads und Meta Ads als Hauptkanäle, organisches Marketing (SEO) für den Brandaufbau und Printmedien als ergänzenden Touchpoint. Im Dentalmarkt ist reines Online-Marketing nicht ausreichend. Ein Omnichannel-Ansatz funktioniert am besten.

Daniel Felsings Kernaussage: 'Kennt eure Daten.' Ohne sauberes Tracking ist jede Marketing-Investition Blindflug. Dazu kommt: Durchhaltevermögen, es dauert bis der Markt reagiert. Und: Selbst testen, statt blind Experten-Tipps zu übernehmen.

Pixel Dental läuft auf Shopify. Das System stößt bei komplexen B2B-Sortimenten mit vielen Filterkategorien und Metafeldern an Grenzen, bietet aber Vorteile wie einen optimierten Checkout, stabile Infrastruktur und effiziente Testing-Möglichkeiten.

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Dieses Interview wurde für Länge und Klarheit bearbeitet. Die vollständige Episode ist als Video und Audio verfügbar.

Chris Dengler

Über den Autor: Chris Dengler

Chris ist CRO-Stratege und Gründer von Convertlab. Mit über 1.000 durchgeführten A/B-Tests, TÜV-Zertifizierung in Verkaufspsychologie und dem selbst entwickelten Double Diamond Framework hat er Shopify Brands im DACH-Raum zu nachweislich messbarem Wachstum verholfen.